


Interview mit Joachim Friedrich über seinen neuen Roman „Merlin Cooper und der Bund der Heiligen“
Mit seinem neuen Buch "Merlin Cooper und der Bund der Heiligen" lernen wir einen ganz neuen Joachim Friedrich kennen. Sein sein neues Buch ist ein packender, moderner Abenteuerroman, in dem der Leser in eine moderne Welt mit neuesten technischen Errungenschaften eintaucht: Iris-Scanner, Stimmenmodulatoren, Hologramme.Merlin, der Hauptprotogonist, ist mit außergewöhnlichen Fähigkeiten ausgestattet. In Sekundenschnelle löst er die kniffligsten Matheaufgaben, steuert ein Flugzeug, obwohl er noch nie zuvor in einem saß. All das beherrscht Merlin Cooper spielend. Warum, hat er sich nie gefragt. Bis er eines Tages mit ansehen muss, wie sein Elternhaus in die Luft fliegt. Merlin verliert alles, was ihm wichtig war. Nur knapp entgeht er einem weiteren Mordanschlag. Offenbar hat es jemand auf ihn abgesehen. Jemand, dem jedes Mittel recht ist. Merlin flieht auf eine entlegene Insel. Doch auch dort ist er seines Lebens nicht sicher. Denn der Bund der Heiligen wird nicht eher ruhen, bis er seiner habhaft geworden ist ... Lieber Herr Friedrich, „Merlin Cooper und der Bund der Heiligen“ ist ein Kinderbuch, das schön actionreich und technisch ist. An welchen Leser haben Sie beim Schreiben gedacht? An mich selber. Ich wollte eine Geschichte schreiben, die ich als Kind selbst gern gelesen hätte. Sie sollte von einem Helden handeln, der ich als Kind selber gern gewesen wäre und der Abenteuer erlebt, dich ich selbst gern erlebt hätte. Oder um es kurz zu machen: Ich habe mir einen Kindheitstraum erfüllt. Wie unterscheidet sich Ihre Arbeit bei solch einem Buch von der an einem Band der „4 1/2“ Freunde“? Zum einen erfordert eine solche Geschichte wesentlich mehr Recherche und auch der Plot ist komplexer. Die Viereinhalb Freunde leben von der Situationskomik, während Merlin Cooper ein Abenteuerbuch ist, bei dem es der Held und seine Freunde auch schon einmal in lebensbedrohliche Situationen kommen können. Im Roman, besonders im Internat, werden die allerneuesten technischen Errungenschaften beschrieben. Gibt es so etwas wirklich? Ja und nein. Alles, was dort an Technik beschrieben wird, gibt es zumindest in der Versuchsphase. Ganz gleich ob Holographie, technisch unterstützte Simultanübersetzung oder künstliche Intelligenz. Ich habe mir nur die Freiheit genommen, diese bereits vorhandenen Techniken so weiter zu entwickeln, dass sie nach Science Fiction anmuten, es aber nicht sind. Für das Internat gibt es sogar ein ganz konkretes Vorbild: das Wohnhaus von Bill Gates, dem Gründer von Microsoft. Er kann zum Beispiel von seinem Auto aus steuern, dass sein Badewasser eingelaufen ist und exakt die von ihm gewünschte Temperatur hat, wenn er nach Hause kommt. Und jeder seiner Gäste erhält einen Mikrochip auf dem dessen Vorlieben eingespeichert sind. So erklingt zum Beispiel die Lieblingsmusik des Gastes, wenn er sein Gästezimmer betritt. Vieles, dass nach Zukunft klingt, ist also schon längst Gegenwart. Wie kamen Sie auf die Idee zu diesem Buch? Ich wollte zum einen ein Abenteuerbuch schreiben, das ohne Zauberstäbe, Hexen, Drachen und sonstige Fantasy-Zutaten auskommt. Es sollte in der realen Welt spielen. Andererseits sollte es in einer „Welt“ angesiedelt sein, die für die jungen Leser möglichst interessant ist. Und das ist die Welt der Erfindungen und der Technik. Die technische Entwicklung ist heute so weit fortgeschritten und so komplex geworden, dass keine einzelne Person mehr ein „Hightech Produkt“ allein entwickeln kann. Eine solche Entwicklung erfordert ein oft sehr großes Team von Spezialisten, in dem jeder Spezialist jeweils nur für einen kleinen Teil der Technik verantwortlich sind. Denken Sie nur an moderne Software. Oft kennen die Spezialisten noch nicht einmal die Zusammenhänge, die das Gesamtprodukt schließlich ausmachen. Es geht sogar so weit, dass Teile einer Computersoftware wiederum von Computern entwickelt werden. Und ebenso wie die Entwickler sind auch die Anwender kaum noch in der Lage die Funktionsweise eines solchen Hightech Produkt in vollem Umfang zu durchblicken. Fragen Sie sich selbst, ob Sie in der Lage sind alle Funktionen Ihres Mobiltelefons zu nutzen oder alle Funktionen einer Standardsoftware, die sie täglich benötigen. Und nun stellen Sie sich vor, es gäbe einen Menschen, der in der Lage ist jede beliebige Technologie, sei sie auch noch so komplex, in vollem Umfang zu durchblicken, was ihre Entwicklung betrifft, und auch in vollem Umfang zu nutzen. Ein solcher Mensch hätte ungeheure Macht – oder zumindest wäre er ein Mensch, den Mächtige gern nutzen würden, um noch mächtiger zu werden. Ein solcher Mensch ist Merlin Cooper. Er weiß noch nicht, welches ungeheure Potential in ihm schlummert. Obwohl seine Fähigkeiten schon jetzt seine Umwelt in Erstaunen versetzen, so sind sie nur der Anfang dessen, wozu er wirklich in der Lage ist. Doch diese Fähigkeiten sind für Merlin alles andere als ein Segen. Er leidet darunter und sie bedrohen ihn, von außen und von innen. Sein Leben hängt an einem seidenen Faden, und ohne seine Freunde würde er diese Bedrohungen nicht überleben. Wie lange haben Sie an dem Roman geschrieben? Mit einigen Unterbrechungen zwei Jahre. Ihr Buch ist Ihrem Sohn gewidmet, „dem Erfinder von RAIN“, wie die Widmung lautet. In wie weit nimmt Ihre Familie Einfluss auf Ihre Bücher? Um ehrlich zu sein, nimmt sie nur sehr selten Einfluss darauf. Mein zehnjähriger Sohn Christopher ist da eine Ausnahme. Er diskutiert gerne mit mir über meine Ideen und steuert auch selbst gern seine Ideen bei. Da er sich ganz besonders für Technik interessiert, war Merlin Cooper natürlich besonders reizvoll für ihn. So kam er auch auf die Idee von „RAIN“. Das ist ein Navigationssystem, bei dem die Fahrtroute nicht auf einem gesonderten Bildschirm gezeigt wird, sondern in die Windschutzscheibe integriert ist. Man sieht, den Weg, den man fahren muss, also „life“ vor sich. Ich fand, das ist eine schöne Idee – und, was die Technologie betrifft, durchaus möglich. Sehen Sie Ihren neuen Roman als Abenteuerroman, als phantastischen Roman oder als Science Fiction? Es ist ein Abenteuerroman, der manchmal wie Science Fiction anmutet, es aber nicht ist. Letztendlich ist diese Klassifizierung aber nicht so wichtig. Es soll ein Buch sein, das meine Leser spannend – und auch manchmal lustig finden, denn ohne Humor kommt keines meiner Bücher aus. Merlin besitzt außergewöhnliche Fähigkeiten, von denen er selbst zunächst gar nichts weiß. Würden Sie denn gerne etwas ganz Besonderes können? Ich glaube, jeder Mensch möchte etwas können, was er nicht kann, und wofür er andere bewundert. Sei es eine Sprache oder ein Musikinstrument zu beherrschen, singen oder malen zu können oder sportliche Leistungen zu vollbringen. Mir geht es da nicht anders. Es hilft neugierig zu bleiben und Ziele zu haben. Es bleibt abenteuerlich und spannend bis zum Schluss. Geht die Geschichte von Merlin weiter? Und wann? Wie ich schon sagte, ist „Merlin Cooper und der Bund der Heiligen“ erst der Beginn von Merlins Abenteuern. Ich werde ihm nicht ersparen können, noch viel Bedrohliches und Spannendes mit Hilfe seiner Freunde zu überstehen. Meine Leser können, wenn sie wollen, diese ab Juli 2011 miterleben. Und wie es weitergeht, davon bekommt der Leser einen kleinen, aber feinen Vorgeschmack in unserer Leseprobe des zweiten Bandes Merlin Cooper und die Rache der Heiligen
Zum ersten Band Merlin Cooper und der Bund der Heiligen |